Der Bürgerkrieg

Über drei Jahrhunderte herrschte Frieden auf Eibland. Krieg, das kannte man nur aus Erzählungen von Reisenden oder neuen Siedlern, die auf Eibland ankamen. Doch die Zeiten haben sich gewandelt.

Der Frieden ruhte auf zwei Säulen, der Einheit Eiblands als ein Königreich und dem Umstand, dass es sich um eine Insel handelte. Es gab einfach keinen Feind.
Oh natürlich gab es hin und wieder einmal eine Fehde zwischen zwei Rittern - gelegentlich auch aus einem nichtigen Grund, doch Krieg, das war unbekannt.

Es war das Jahr 318 n.d.B. in dem Fürst Einhardt von Borling die erste Säule des Friedens umstieß. Er erklärte die Unabhängigkeit des Nordens vom Königreich. Nun gab es urplötzlich eine Grenze und einen König der sich einem Hochverrat gegenüber sah.

Einhardt war kein Narr. Natürlich wusste er, dass König Ulf auf diesen Verrat reagieren musste. Das Fürstentum Borling war gut vorbereitet auf das was kommen sollte, doch auch der König reagierte schnell.

Und so begann der Krieg.

Die Schlacht von Herzberg
Es begann mit einem Paukenschlag, einer Schlacht wie es sie nie zuvor auf der Insel gegeben hatte und wie es sie seitdem auch nicht mehr gegeben hat. Den offiziellen Dokumenten nach, hatte Ulf 20.000 Mann aufgeboten, Einhardt 22.000.

Ein klarer Sieg, er hätte den Krieg wohl mit dieser Schlacht beendet, das war der Plan, auf beiden Seiten. Drei Tage tobte die Schlacht und sie kostete wohl deutlich über dreißigtausend Männer und Frauen das Leben. Niemand kennt die genaue Zahl, doch es haben wohl weniger als fünftausend das Schlachtfeld lebend verlassen. Im Geheimen hatte man sich getroffen und einen beiderseitigen Rückzug vereinbart.

Wahrer Krieg
Für zweieinhalb Jahre tobte ein heißer Krieg zwischen dem Königreich und dem Fürstentum. Nicht nur Städte nahe der Grenze wurden belagert, erobert und wieder zurückgewonnen, selbst Orte weit im Norden und auch im Süden hatten plötzlich ein kleineres oder ein größes Heer vor den Toren.

Selbst Borling und Gothehamstadt wurden zwischendurch belagert. Unter anderem, da es sich um Hafenstädte handelte, waren es eher erfolglose und fast schon symbolische Aktionen.

Wie viele Krieger, Söldner und Zivilisten in dieser Zeit das Leben an das Schwert und den Pfeil verloren, das ist nur Bruchstückhaft überliefert. Doch eines ist sicher. Der Krieg erschöpfte die Schatzkammern auf beiden Seiten der Grenzen.

Ohne Frieden
Die wirklich heiße Phase des Bürgerkriegs endete nicht durch einen Friedensvertrag, sondern einfach damit, dass beide Seiten kein Geld mehr hatten um Söldner und Soldaten zu bezahlen. Und außerdem, wenn die Bauern und Handwerker kämpfen, statt ihrer Arbeit nachzugehen, dann läuft einfach gar nichts mehr, besonders nimmt man dann keine Steuern mehr ein.

Es wäre gefährlich zu behaupten, dass nun Frieden herrscht, es ist eher eine deutlich gespannte Ruhe. Wenn mal wieder einige dutzend Goldmünzen im Steuersäckel über sind, dann werden ein paar Söldner angeheuert und ein paar Rittern neues Land versprochen. Der Grenzverlauf verschiebt sich also durchaus hin und wieder um ein paar Meilen nach Norden oder nach Süden.



Letzte Änderung am 18.9.2011 um 08:49:22 Uhr von boronk

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