Geschichte

Tag 97
Einhundert Tage, das war das ehrgeizige Ziel, dass wir uns gesetzt haben, wenn die Küstenkarten, die bei einer ersten Schiffsumrundung erstellt wurden, einigermaßen korrekt sind - und bisher besteht daran kein Zweifel - haben wir sogar schon heute den nördlichsten Punkt der Insel erreicht, der von diesem Tag an 'Nordhorn' heißen soll.

Als Entdecker kann ich Julius von Herzberg nur gratulieren, nur wenige Forscher ziehen aus und finden tatsächlich unbewohntes Land, kaum einer ein Land dieser Größe. Als Kartograph eines bisher unbekannten Landes muss man vor dem Ende einer Expedition immer vorsichtig mit solchen Aussagen sein, doch es scheint als wäre die gesamte Insel bisher unbewohnt.
-Ferdinand Brückner
Expeditionsleiter der ersten Landumrundung

Die Aussage Brückners sollte sich bewahrheiten. Vor der Besiedlung war das Land tatsächlich unbewohnt. Es gibt auch keine Ruinen oder sonstigen Hinweise einer Zivilisation, die vor die Landung der Renata zu datieren sind.

1. Die Besiedlung

Es war ein wahrhaft wagemutiges Unterfangen, das Julius von Herzberg seinerzeit in Angriff genommen hatte. Die Ausrüstung einer Flotte von drei Schiffen war ein kostspieliges Unterfangen, doch der junge, abenteuerlustige Entdecker hatte Glück und er belohnte sich selbst mit der Gründung seines eigenen Königreichs.

Nach der Landung wurde an der Mündung der Gothe, an der Südostküste der Insel, die Siedlung Gothehamstadt errichtet. Natürlich spielte der König mit dem Gedanken, diese erste Siedlung nach seinem Geschlecht zu benennen, entschied sich dann aber doch dafür, das mit einem noch zu gründenden Ort in der schönsten Ecke Eiblands zu tun.

2. Die ersten Jahre

Auf die Kartographen, die erste Karten der Küstenlinien und größeren Flussläufe anfertigten, folgten die Prospektoren und schließlich die Siedler. Innerhalb der ersten fünfzehn Jahre erfolgte die Gründung der Hafenstädte Borling, Haffstedt, Niedheim, Tiefenfurth, Fernbrück und Schaumberg.

Erzfunde in den Bergen lockten Zwerge, die weiten, noch unberührten Wälder Elfen auf die Insel. Nach un nach wurde auch das Landesinnere besiedelt.

3. Aufstieg des Königreichs

Die Herzberger verstanden sich auf das regieren des aufstrebenden Landes schon bald lebten mehr als zehntausend Menschen auf Eibland und noch vor der Jahrhundertfeier, lebten mehr als einhunderttausend Menschen, Zwergen, Elfen und Orks auf der Insel.

Nicht nur die Märkte wuchsen und gediehen, Rittergüter entstanden und Bauern wurden durch verlockende Erbpachtangebote angelockt. Bald produzierte man mehr Erz und Holz, als auf der Insel benötigt wurde, der Handel mit dem Festland erblühte.

Natürlich darf man das nicht romantischer darstellen, als es wirklich war, die Menschen Eiblands mussten hart für ihren bescheidenen Wohlstand arbeiten. Minen gruben sich nicht von alleine in den harten Fels der Berge und das schlagen der Hölzer im Wald war eine anstrengende und nicht ganz ungefährliche Arbeit.

Auch wenn Eibland kaum Gefahr von außen droht, es gibt keine Nachbarländer, die mit einer Armee über die Grenze marschieren könnten, gab es immer mal wieder örtliche Konflikte. Erbstreitigkeiten nach dem Tod eines Grafen konnten durchaus zur Jahrelangem Zwist unter den Kindern und den getreuen Rittern der Streithähne sorgen.

4. Der Bürgerkrieg

4.1. Die Unabhängigkeitserklärung

Die genauen Gründe, die Einhardt von Borling dazu bewogen, sich vom Königreich loszusagen sind vielfältig und zum Teil gar nicht so genau bestimmbar. Sicher ist, dass es um die Steuern ging und um einen persönlichen Streit mit dem König.

Nun ließ Ulf I. das ganze natürlich nicht auf sich beruhen. Er enthob den Fürsten seines Amtes und nahm ihm formell seinen Titel. Einhardt von Borling dachte aber gar nicht daran, seinen Thron an die, als seine Nachfolgerin gesandte Cousine des Königs zu übergeben. Er nahm Irene von Herzberg als Geisel was als letztendlicher Auslöser des Bürgerkriegs gilt.

Wie schon angemerkt besitzt Eibland keine Außengrenzen und die meisten internen Streitigkeiten wurden durch ein Duell oder eine handvoll Söldner gelöst. So verfügte der König über kein stehendes Heer und musste zunächst einmal Truppen mobilisieren, etwas was der Fürst schon in Erwartung des Kommenden getan hatte.

4.2. Die Schlacht von Herzberg

Den Anfang des Krieges machte die größte Schlacht, die je auf Eibländer Boden geführt wurde. Beide Seiten wollten mit diesem ersten Schlag die Sache ein für alle Mal zum Abschluss bringen. Weder zuvor, noch seit dem, sind sich zwei solche Heere auf der Insel gegenübergestanden. Wie viele Mannen und Frauen jeder der beiden Kontrahenten aufbieten konnte, man wird es wohl nie erfahren. Vier mal fünftausend, so lautet die offizielle Aufstellung in den Büchern des Königs, 22.000 Mann will der Fürst von Borling aufgeboten haben (doch beide Zahlen sind mit Vorsicht zu genießen).

Drei Tage tobte die Schlacht bis die Reihen derart dezimiert waren, dass keiner der Beiden sich sicher sein konnte, als Sieger vom Felde zu gehen. Im geheimen einigte man sich auf einen Rückzug, sicher ist, dass auf beiden Seiten gut weniger als fünftausend Mann das Schlachtfeld verlassen haben.

4.3. Die Jahre des Krieges

In den ersten zwei Jahren kämpfte man durchaus erbittert, Städte und Märkte wurden belagert, erobert und wieder verloren, doch Krieg ist teuer und wenn die Bauern kämpfen, können sie nicht produzieren. So schliefen die Kampfhandlungen langsam ein.

Frieden, den können und wollen die beiden Kontrahenten nach all den Jahren nicht schließen - für beide würde es einen bedeutenden Machtverlust bedeuten. So sind verschiedene Historiker und Völkerkundler überzeugt, dass ein offizieller Frieden erst zwischen den Erben der beiden Anführer geschlossen werden kann.

Mittlerweile zeigt sich der Krieg nur noch, wenn der König oder der Fürst mal ein paar Dukaten in der persönlichen Schatulle haben und sich einen Söldnerhaufen leisten können. Man arbeitet im Untergrund, mit Intrigen und anderen schmutzigen Tricks.

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Letzte Änderung am 18.9.2011 um 08:46:39 Uhr von boronk

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