Die Sage von Greta

Aufzeichnung aus Kupferland
Mag die Erde rund, eine Scheibe oder ein treibender Kristall der Illusionen sein. Nichts erscheint so, ie es die Sinne verraten. Selbst Magie hat oftmals Muehe, Schein von Realitaet zu unterscheiden.

Schlimmer noch ist es in Reichen, die selbst einst von purer Magie geschaffen wurden. So alt, dass sich keiner mehr daran erinnert, was der Stein des Anstosses gewesen ist.

Werfen wir einen gewagten Blick in die Kulissen des Todes. Einem erscheint er heiter und froh, dem Anderen ist es das pure Grauen in Gestalt der Boegen und Haenge dieses Todesreiches. Riesen stuetzen mit geballter Kraft in den gestreckten Armen die Gewoelbe ab, damit das Gestein, gestuetzt von fliehender Magie, nicht hinabstuerzt in die endlosen Weiten des Abgrundes der Finsternis und die Welt, so wie wir sie kennen, getragen und erhalten bleibt.

Dies war nicht immer so und dass sich die Welt in unseren Augen auf aeußerst sensiblen Stuetzen befindet, ahnt kaum jemand. Nur eine weiss von dieser Gefahr und dieses Wissen treibt sie entlang an Rande des Wahnsinns. Wissend, dass kaum jemand ihre Sorge teilen wuerde und dass das Ende manchmal so nah ist, wenn die Riesen schlafen und nur sie selbst mit Hilfe einer riesigen Kupferglocke ieder geweckt werden und das Herabstuerzende aufhalten koenne.

Greta wurde geboren, als der Kampf um die Erde tobte und die Riesen die einzigen waren, die im Gefolge der grossen Goettin zwischen dem Anfang und dem Ende standen. Das tobende Ende war fast besiegt, als es die Lawine der tobenden Geiseln losbrach und den Boden unter Fuessen der Riesen wegzog. Diese waren gezwungen, hinabzusteigen und die Erde aufzufangen und so stehen sie wie einst.

Nur Greta wurde im Augenblick ihrer Geburt von ihrer Mutter in den Himmel gehoben. Ihr Wachstum wurde gestoppt und im grellen Licht der flammenden Sonne verlor sie ihr Augenlicht.

Niedergesetzt auf der Erde ard sie von freundlichen Mannen aufgenommen, Seefahrern, die ihr das Leben zurueckgaben und sie aufzogen. Ihre ausgezeichneten Sinne konnten ihr Sehvermoegen mehr als ausgleichen und so verbrachte sie ihr Leben am Rande der Westkueste, immer bereit, die Glocke zu schlagen.



Letzte Änderung am 18.9.2011 um 07:35:58 Uhr von boronk

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