Leute lasst Euch erzählen, lasst Euch berichten, von den Geschichten, die sicranken um die Planken alter Schiffe und spitzer Riffe. Von mutigen Leuten die fuhren zur See, die wetteten und beteten und ihre Seelen dem fin'stren Herrn verkauften. Im Masten da geht die Mär von Raban de Gerall dem Handelsherrn und seinem Feind dem alten Sören von der Högh. Beide erfolgreich und beide Reich und beide waren sich gleich und doch so verschieden wie die Nacht und der Tag. Von hoher Statur und finsterm Blick war der Raban ein mutiger Mann doch Ehr' die kannt er nicht. Der andere auch stark und groß hell wie der Mond war seine Haut und hell war sein Sinnen und Trachten. Nie falsch konnte er sprechen oder versprechen gar brechen.
So unterschiedlich die beiden Herrn gehörte ihr Herz dem h selben Stern, Ninalee ihr Nam ward gewesen und so hold und schön war dieses Wesen, dass selbst die Elfen der Wälder grün, den Hut vor ihr in Demut ziehn. Ein jeder hat sein Herz gegeben für ein Leben mit der Holden doch wusst die Arme weder noch, wem sie ihr eigen Herz sollt schenken und so beschlossen die Herren zu wetten, wer siegte, der kriegte die schöne Frau.
Ein Jeder mit seinem Schiff sollt stechen in See und fahren entgegen allem ach und weh und holen Gewürze des Südens und Seide des Ostens Gold aus dem Westen und Fell aus dem Norden wo die Horden ihr unwesen Treiben und beileiben sie nicht die einzge Gefahr auf der Reise sind. Wer der erste sei, der gewänne und empfänge die Hand zum Kuss und die Ehe der Maid.
Doch der Raban der wusste, dass sein Gegenspieler der schnellere war. Und dass er nicht gewinnen konnte es sei denn, er holte dann Hilfe und so schlich der Mann in den Wald wo alsbald er zum Teufelsstein ging, mit dem Sinn, dem Herrn dieses Felsens ein Geschäft zu bieten, von dem er dächte, es brächte beiden gerechten Lohn. So stieg er heran auf des Hügels Kamm und kam zu dem Loch das der Teufel bewohnte, wo er thronte, wie die Hexen erzählen und die Priester warnen. So rief er denn Laut und alsbald kam der Herr mit den Hörnern selbstens herbei um zu lauschen wer denn da riefe und so ward er dem Handelsherrn gewahr
"Wer schickt dich Mann zu mir herauf?"
"Die Not der Liebe trieb mich her."
"Ein Herz, das du begehrst?"
"Die Maid Ninalee aus der Stadt."
"Ich habe gehört von der Schönen. Was will er denn?"
"Sie zur Frau, doch oh zu wider, kann sich ihr liebend' Herz nicht entscheiden mir zu gehören"
"Denn der Sören - ich hörte von ihm - liebt auch ihr bleiches Gesicht und ihr reines Herz."
"Du weißt?"
"Ich weiß. Vieles und Finstres, Vergessenes und Neues und auch die Wett' ist mir nicht unbekannt."
"Wenn du weißt, dann weißt du auch, weshalb ich hier herauf gestiegen bin?"
"Um meine Hilfe zu erbitten - doch wie du weißt nur alzugut ist nichts im Leben denn umsonst..."
"Verlange was du willst und ich mags dir geben."
"Sei nicht zu schnell mit deinem Gebot - Händler. Das geziemt sich nicht für deinen Stand."
"Du sprichst wahr. Also verlang' nichts, was mir auf Dauer fehlte."
"Das wär das letzte, was ich wollte, doch wenn du siegtest gewähr mir eins...."
"Sprich, Fliegenfresser!"
"Wenn du die Maid zur Braut dann nimmst - zum Altar sie führst um euer Schicksal zu besigeln, lass mich neben euch stehen, nur um zu sehen, ob auch wahr du sprichst, wenn du sagst, dass du sie für dein Leben magst..."
"Der Trauzeuge! Der magst du sein."
"Ihr lieblich Gesicht will ich in Freiheit ein letztes Mal sehen. Dann werd ich gehen und euch lassen für den Rest deines Lebens"
"Mir scheint der Preis nicht allzuhoch..."
"Du misstraust? man sagt böses Nach dem Herrn Mephisto - ich weiß. Doch kann nicht auch der böse sich wandeln und handeln als wolle er sein böses ungeschehen machen?"
"Nun denn es sei - du magst der Trauzeuge sein. Doch wenn der Ring an ihrem Finger sitzt wirst du verschwinden und nie mehr uns behelligen"
"Nie mehr."
"Dann gilt der Handel alter Mann"
"Gilt und ist besiegelt - doch wehe du brichst den Pakt! Dann wirst du Leiden auf immer und immer und immer."
"Wem mein Wort ich geb' dem soll es nie zum Schaden sein."
Sprach der Handelsmann und ging alsdann vom Berg herab, wo der Teufel saß und wusste was zu tun war. Die Zeit verstrich und die Herren bereiteten sich vor auf die große Stunde, die erste Runde ihres Kampfes - Um zu sehn wer der bessere sei. Und am Tag als der Abschied kam weinte die Maid Ninalee - und barg ihr Gesicht, als die stolzen Männer den Hafen hinter sich ließen.
Doch wie ein Wunder oder finstere Macht sah man das Schiff des Raban schneller gleiten, schon bald ließ er Sören hinter sich und verließ den Horizont. Man konnte fast glauben, das schiff würde schweben, nein mann sah es gar fliegen auf Schwingen aus Leder die dem Drachen so ähnlich sind und eben noch war es hier und bald war es dort - an völlig fremdem Ort. Das Fliegende Schiff ward zur Legende noch bevor die Mär ihr Ende fand.
Viel Geschichte ist geschehen - bis wir die Helden wiedersehen zumindest den Einen - Raban, denn der andere tapfere Mann kehrt zu spät zurück, niemand weiß wo sein Glück ihn verließ. Doch Raban kehrte wieder - mit allen Geschenken und ward so der Sieger in jenem Obskuren Streit und die Hand der Holde ward ihm Versprochen und wie versprochen sollt die Seine sie sein.
Doch wobei die Versprechen von denen wir sprechen, nicht alle warden gehalten denn der Handelsherr Raban hat vergessen, wem er sein Glück zu verdanken hat. Auf der Fahrt hat er versprochen seinem Ersten die Braut zu führen und Zeuge zu sein, wenn das Siegel geschmiedet, das es niemand mehr löst.
Der Teufel, der ließ sich nicht sehn und so glaubte der Händler es ward glatt geschehen, dass der Mephisto sich gewandelt und brav geworden war und so ward er froh ob seines Sieges.
Das Fest ward bereitet und in einem Mond so würd er ehelichen die Braut, als ein Mann - alt und gebrechlich - kam um ein Geschäft zu unterbreiten das der Händler nicht konnte streiten.
"Diese Kiste, hoher Herr - bring sie zur Hauptstadt schnell wie der Wind - kehre wieder und erhalte den Lohn."
"Der weg ist nicht weit, dass seh ich schon - doch alter Mann ich bin nicht bereit - ich will heiraten zum nächsten Mond."
"Hör erst was ich zu bieten habe. Es ist nur die Kist' und sonst ist es nichts. Doch wenn du sie bringst zum Hafen des Königs, dann wird dein Lohn, dem eines Kaisers würdig sein."
"Dass muss der alte mir erst beweisen - ich glaube nicht ohne zu sehen."
"Dann sieh!" , sprach der Alte und hob einen Stein - so klar und rein, hell wie die Sonne strahlte er her
"Und wisse - von denen habe ich mehr! Ein ganzer Berg der aus Diamant besteht. Tausend von denen sollst du erhalten, wenn die Kiste am Ziele ist und noch einmal tausend zu deiner Hochfeier wenn du den Hafen wieder erreichst."
"Das ist viel wert. Das muss ich sagen."
"Lehn nicht ab, nur nicht verzagen. Sieh das Risiko - es ist gring und doch der Gewinn ist riesig."
"Du sprichst wahr, Zweitausend Diamanten für die kurze Fahrt - sag... was ist so wertvoll?"
"Sei nicht besorgt, du wirst es als bald erfahren. Doch versprich mir die Kiste nicht zu öffnen."
"Ich geb mein Wort."
"Was es wert ist, ist mir bekannt - deshalb hab ich euch gewählt."
"Weise sind eure Worte, doch lasst uns den Handel besiegeln und nicht zögern"
"Es läg mir fern."
Und so belud Raban sein Schiff - mit nur der einen Kiste, und doch ... zu gern wüsste er was er denn fuhr. Nur sein Wort stand ihm im Weg. Die Sorge des Ersten fegte er hinfort mit dem Wort, das viel Geld zu machen sei und Zeit noch ausreichte und sie alsbald zurückkehren und Hochzeit halten würden - Raban als der Bräutigam und der Erste als Zeuge. Der Wind stand gut und noch immer fegte das Schiff vor dem Wind wie es nur ein Packt mit dem Teufel schaffen kann. Die Schwingen Rauschten und das Meer glitt dahin. Die Königsstadt war nicht mehr fern - doch am Himmel dräute Ungemach und winde bliesen und Stürme peitschten und Das Schiff verlor den Kurs. Tag um Tag und Nacht um Nacht wirbelte und peitschte das Meer und Wogen um Wogen, Brecher um Brecher und immer weiter und weiter fort von jenem Ort an dem die tausend Edelsteine warteten...
Als der Sturm am tiefsten war die Tage waren Vergangen wie Wellen vor dem Fels da fluchte Raban zu den Göttern was denn sei Und wieder brach er sein Wort, an jenem Ort wie schon vor Zeiten als er bereute dem Teufel getraut zu haben. Er stieg hinab in den Rumpf mit glimmendem Zorn im Gesicht und brüllte und schrie, was denn die Kiste enthielte die Verfluchte verruchte und brach den Deckel entzwei und ward entsetzt - das Antlitz der Holden war dort verborgen in einer Kugel aus Glas war sie zu sehen an schönem Orte im Sonnenschein doch Trauer schien sie zu grämen.
Zur selben Zeit sehr weit entfernt wartet die Holde auf ihren Mann - der noch einmal Fuhr zu bringen Reichtum und Ruhm doch der nicht kehrte wieder. Die Trauer machte ihre Wangen hart und Tränen rollten nicht nur zart. Die Hohe Zeit war erreicht und der Bräutigam war nicht gekehrt - doch wie die Sitte es verlangt wird geheiratet wenn das Versprechen gegeben und nichts kann verhindern, das zwei Menschen sich verbinden, wenn der Tag und die Stunde der Hochzeit bekannt.
Nur alle warn Ratlos und keiner wusst ein noch aus - kein Bräutigam und o graus auch kein Zeuge der zur Stelle, wenn die Stunde ward gekommen alles war versammelt, der Priester da die Gäste auch nur von den Männern keine Spur.
"Was soll geschehn? Das Zeichen ist schlecht, wenn die Braut unverheiratet entschwindet?"
"Lasst mich der Zeuge sein, Priester - denn auch wenn euch gesagt ward, dass es ein anderer Sei, bin doch ich der jenige, dem das Recht gebührt!"
Der Fremde von hoher Gestalt ward schön wie die Nacht. Die Kleider aus lauterem Samt und Geschmeide aus Gold zierten ihn. Noch einmal widerholte er sein Verlangen
"Mir gebührt die Ehre, die Braut als Zeuge zum Altare zu führen."
"Wer hat es dir gegeben?"
"Ich habe es vom Handelsherren erhalten"
"Beweise deine Worte!"
"Nun denn, es sei wie ihr wollt."
sprachs und noch im Augenblick, gab es kein zurück wie Lohe ohne Rauch wie Feuer ohne Holz brannten sich Lettern in die Laue Luft unter dem Hochzeitsbaume. Die Worte die Standen die brannten sich in Augen und Geist und nichts als die Wahrheit stand geschrieben die Worte Rabans der gegeben hatte was verlangt worden war.
"Ihr seht selbst. Ich wurde von jenem Manne auserwählt die Braut zu führen."
"Nundenn - es mag ein Trick sein."
"Ich kann nicht Lügen. Ich spreche Wahr"
"Schwört es."
"Auf meine Seele und mein Leben!"
"Ein hohes Wort, wir mögen es glauben. Nun denn - die Tradition verlangt, das am Tag des Versprechens gehalten wird, was man sagt. Der Bräutigam ist nicht erschienen doch ohne Hochzeit wird der Tag nicht enden. Und so verlangt es die Sitte das der Zeuge der die Braut zum Altare führt auch für den Säumigen Ehemann einstehen mag."
"Ich weiß und deshalb bin ich hier."
Die Zeremonie ward so überraschend wie interessant geworden. Die Leute glaubten ein Wunder zu schaun. Den Trick erkannten sie nicht - bis dass der Pastor fragte
"Nun Herr wollt ihr - wie nennt man euch? - Ninalee zu eurer Braut?
"Nennt mich, wie ihr wollt. Ja ich nehme sie zur Frau und Braut. Und nichts als die Ewigkeit mag uns trennen!"
"Und ihr Tochter? Nehmt ihr den Zeugen?"
Ninalee ward blass und doch betört von dem fremden Schönen. Sie hatte seine Augen gesehen und ihr Geist war darin ertrunken
"Die Tradition verlangt es und ich bin bereit zu folgen. Ich wähle ihn zu meinem Gatten."
"Seid Verbunden unumwunden und für immer auf das nimmer nimmer mehr ein Keil getrieben ward zwischen die Verbindung die Geschmiedet und besiegelt unterm Baume."
Die Zeremonie endete und beim Feste hört mich an kam gleich die Frage - Wer, nun wer der Herr denn sei, der der wahre Zeug des Händlers gewesen?
"Ihr wollt wissen, wer gewesen der Bräutigam nun denn ist? Der eine der die Maid zur seinen machte? Nennt mich, wie es euch beliebt - hier bin ich der Teufel im Süden der Mephisto im Osten der Fliegenfresser und weit im Westen nennt man mich den Finstren..."
Alle starrten alle gafften und keiner verstand was ward geschehen. Nur die Braut die hat gesehen, wem ihr Leben ward gegeben.
"So habt ihr den Raban mir weggenommen?"
"Es war seine eigene Gier, sein verlangen nach mehr und mehr und immer mehr, das sein Selbst zerstörte! Nur des Geldes wegen war er gefahren und hat euch gelassen und nur des Besitzes wegen bat er mich zu helfen und gab mir dafür euch."
Ninalee war getroffen von der Offen-barung des Mephisto und sie rief so klar und finster, das die Vögel starrten und die Leute lauschten und selbst der Himmel nichtmehr sprach.
"Dann sei der Raban verflucht auf immer, das er nimmer wieder finde seinen Frieden unterm Himmel dass er ewig sei mit seinem Geld gefangen im Leben und bar aller Liebe, das Hass und Furcht ihn nun begleiten denn der Mann der mich betrogen soll denn leiden. Nimmer Frieden immer hasten nur dem Gelde hinterher. Und alles was handelt und wandelt und dem Mamon folgt soll gleich mit verfluchet sein. Habt gesehen was mir geschehn? Nur wegen dem Golde das alles verzehrt? Dem Teufel hat man mich gegeben wegen glitzern funkeln und dem glänzen. So das Geld zum Fluche werden soll und keiner Glücklich wird mit diesem!"
Selbst der Teufel ward erschrocken ob des Fluches und erstaunte ob des Zornes, nun schon schien er Sie zu lieben, die so wütend konnte reden.
"Braut sei nicht so böse - mach mir nicht kaputt den Spass - das Gelde selbst ist schon verflucht, du weißt es - hast es selbst gesehen. Doch wer immer dem Verräter soll begegnen der wird enden bei den Fischen oder in der Modererde und nicht mehr froh sein seines Lebens."
Und so endet die Geschichte von dem Schiffe mit dem Händler der aus Gier der Liebe trog. Und seit gewarnt wer auch immer das Segel am Horizonte fliegen sieht, der ist verflucht und wird bald enden, so betet und flieht wenn ihr den Seht der als der 'Fliegende Eibländer' in die Geschichte eingeht.